Lipide (=Fette) haben keinen einheitlichen Aufbau, bestehen aber immer aus Glycerin und Fettsäuren. Diese angehangen Fettsäuren können gesättigte, ungesättigte, mehrfach ungesättigte, Omega-3, Omega-6 oder Transfettsäuren sein.

Gesättigte Fettsäuren sind die einfachste Form der Fettsäuren. Sie werden mit der Nahrung aufgenommen und sind in allen Nahrungsfetten enthalten. Wobei tierische Fette (Butter, Fleisch, Wurst, Schmalz) deutlich mehr gesättigte Fettsäuren enthalten als pflanzliche Öle. Sie liefern vor allem Energie, sind Bestandteil der Zellmembran und werden in den Mitochondrien zur Energiegewinnung genutzt.

Gesättigte Fettsäuren können vom Körper bei Bedarf auch selbst aus Glucose und Aminosäuren gebildet werden. Nur bis zu 10% der Nahrungsaufnahme (10% der Gesamtkalorien) sollte durch gesättigte Fettsäuren erfolgen. Ein „zu viel“ an gesättigten Fettsäuren in der Nahrungsaufnahme bei Menschen industrialisierter Länder wie Deutschland durch eine sehr fettreiche Ernährung ist leider alltäglich. Eine Unterversorgung an gesättigten Fettsäuren ist daher eher nicht zu erwarten.

Eine regelmäßig zu hohe Aufnahme von gesättigten Fettsäuren wirkt sich im Körper sehr negativ aus. Zum einen weil sie mit anderen chemischen Stoffen nur sehr langsam reagieren zum andern tragen langkettige gesättigte Fettsäuren zur Erhöhung des LDL-Cholesterins (das schlechte Cholesterin) bei. Bei zu viel gesättigten (und trägen) Fettsäuren ballen sich die Blutzellen zusammen, damit wird weniger Sauerstoff transportiert. Die Zellmembranen werden unflexibler und werden in ihrer Funktion gehemmt. Letztlich leeren zu viele gesättigte Fettsäuren die Calciumspeicher und hemmen die Aufnahme von Magnesium. In Summe steigt damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gallensteine, Eierstock- und Prostatakrebs sowie Diabetis mellitus. Weitere schädliche Wirkungen können ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle, Arteriosklerose, Übergewicht und zu hohe Cholesterinwerte sein.

Es werden verschiedene Arten von Fettsäuren unterschieden:

  • Flüchtige gesättigte Fettsäuren
    • Sie verfliegen an der Luft und entstehen bei der Kohlenhydratverdauung im Darm
    • Z.B. Essigsäure, Pflanzenaromen
  • Kurzkettige gesättigte Fettsäuren
    • Sie werden bei Raumtemperatur flüssig, sind leicht verdaulich und werden zur Energiegewinnung genutzt
    • Z.B. Butter
  • Mittelkettige gesättigte Fettsäuren
    • Sie sind leicht verdaulich und dienen der Energiebildung. Sie können Ersatz für andere Fette sein, regen die Thermogenese an und stärken die Leistungsfähigkeit
    • Z.B. Kokosfett, Palmkernöl
  • Langkettige gesättigte Fettsäuren
    • Sie sind bei Körpertemperatur fest und sind wasserunlöslich. Sie sind die eigentlich schädlichen gesättigten Fettsäuren mit den oben genannten Risiken.
    • Z.B. Eier, Fleisch
    • Zucker fördert die körpereigene Bildung von langkettigen gesättigten Fettsäuren

 

Da alle Lebensmittel gesättigte Fettsäuren enthalten und damit auch langkettige gesättigte Fettsäuren ist auf eine ausgewogene Zufuhr zu achten.